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erste Version am 30.04.2022
letzte Änderung am 31.04.2022

Feuchtigkeitsmelder

Neulich hatte ich (bereits zum zweiten Mal) Spaß mit dem Fallrohr, durch dass das Abwasser aus dem Badezimmer und der Küche das Haus verlässt.

Beim ersten Schaden im August 2015 lag es an einem uralten Rohrbruch an der Rohr-Oberseite - genau dort, wo das Rohr das Haus verlassen hat. Der Schaden ist nie aufgefallen, weil das Abwasser drunter-weg fließen konnte. Erst als eine Firma eine Rohrverstopfung im Badezimmer (1.OG) entfernt hatte, wurde es zum Problem. Der Grund für die Verstopfung hatte die Konsistenz von Gips, die Größe eines kleinen Apfels und hat es nicht bis in die Kanalisation geschafft. Stattdessen blockierte das Ding weiterhin den ungehemmten Abfluß des Abwassers - nur jetzt außerhalb des Hauses.
Das wiederum führte bei genug Abwasser (Duschen z.B.) zu einem Rückstau, der nun an der Rohr-Oberseite raussuppen konnte. Davon sind dann einige Liter im Unterboden des Hauses gelandet. Dementsprechend musste dieser anschließend aufwendig getrocknet werden (zwei Wochen lang wurde da mit viel Strom-Verbrauch lauwarme Luft duchgepustet und die Abluft nach Draußen geleitet).

Schlauerweise habe ich beim Neubau der Rohrverschalung (in meinem Büro) darauf bestanden, dass diese nicht wieder bis zum Boden geht. Die fängt jetzt erst in ca. einem Meter Höhe an (kurz unter dem Punkt, an dem das Rohr das Haus verlässt), geht bis zur Decke und ist zusätzlich durch Lösen von vier Schrauben [leicht] abnehmbar.
Die Behebung des Schadens wurde damals übrigens komplett von der Versicherung bezahlt. Lediglich die Renovierung meines Büros musste ich selber zahlen (20 Jahre alte Auslegeware raus, schicke Fliesen rein und -weil der Raum eh gerade leer war- Wände und Decke neu streichen lassen). War nicht ganz billig, aber fair.

Wegen der optimierten Rohrverschalung konnte ich beim zweiten Wasserschaden zeitnah reagieren. Verdächtige Tropf-Geräusche im Büro, eine kleine Wasserlache auf den Fliesen unter der Rohrverschalung. Sohnemann war zwei Etagen höher gerade am Duschen.
Also:
1. (Vorbereitung): ein Regal ausräumen, Regal wegschieben, Rohrverschalung abschrauben und abnehmen....
2. (Problem-Erkennung): es läuft außen am Rohr Wasser herunter und tropft da vom Rohr, wo das Rohr den 90°-Knick macht und das Haus verlässt.
3. (ad hoc Fix): einen Trichter mit Panzertape ans Rohr geklebt und Eimer drunter.
Damit war die unmittelbare Gefahr für den Unterboden des Hauses erstmal gebannt.
Tests und Analysen haben mich zu dem Schluß kommen lassen, dass sich das Leck im senkrechten Teil des Rohres befinden musste und speziell warmes Wasser austritt. Kaltes Wasser bleibt brav im Rohr. Vielleicht lag es aber auch an einer unterschiedlichen Fließ-Geschwindigkeit.
Am nächsten Tag kam eine Firma, um das Rohr von innen mit einer Kamera zu inspizieren. Sie konnten nix finden - waren aber fest davon überzeugt, dass das Leck irgendwo da sein müsse, wo das Rohr waagerecht verläuft.

Dann wurde die Versicherung eingeschaltet ... und hat vollkommen versagt. Erst hieß es, man würde mir ein Schadensmeldungs-Formular zusenden und ich müsse darauf warten.
Nach einer Woche warten (und lästigem duschen im Bad@Keller) hab ich mal nachgefragt. Vorher hatte ich auf deren WebSeite noch gesehen, dass es ein entsprechendes Formular auch als PDF zum Download gäbe - wie auch das Feature der Online-Meldung.
Aussage des Versicherungs-Futzis: "ja, PDF ausdrucken und einschicken geht auch" ... aber von der Möglichkeit der Online-Meldung wusste er nix... trotzdem hab ich es dann online gemeldet. So ein unfähiger Honk!

Dann Sanitär-Firma alias Klempner beauftragt. Kam schnell, hat aber auch nix gefunden. Und wieder war vollkommen klar, dass der Schaden im waagerechten Rohrverlauf sein müsse.

Die Sanitär-Firma hat dann einen "Leck-Orter" beauftragt. Auch dem war völlig klar: der Schaden kann nur im waagerechten Rohrverlauf sein.
Ich habe widersprochen. Darauf kam: "ich mache den Job schon seit drei Jahren....das gabs noch nie...das kann nicht sein" ... Mimimi ... Was für ein Super-Spezialist!
Ja du Würstchen - ich bin aber seit über 25 Jahren Diplom Ingenieur und hatte mittlerweile zwei Wochen Zeit, das Leck-Verhalten zu beobachten.
Ärgerlicherweise musste ich wieder in mein Büro (weil TelKo) und mein Weib konnte ihn nicht hinreichend bremsen. Will heißen: er hat dann erstmal unsere Dusche demoliert... und dabei sogar minimalen Wasseraustritt entdeckt.... Drei/vier Tropfen pro gefühlten 100 Liter. Nöö. Passt nicht. Hat er sogar selbst gemerkt.
Denkbarerweise hatte er sich damit jedenfalls eine Rechtfertigung für seine Bruch-Produktion hindefiniert.
Ich bezweifle mal, dass ihm mein Frauchen konstant "auf die Finger" geschaut hat. Böse ist, wer böses denkt. :-)

Aber schließlich hat er dann doch tatsächlich noch das echte Leck gefunden.
Und zwar in der Küche, über der Spüle, hinterm Schrank/in der Wand (senkrechter Rohrverlauf! ....Gesellen halt...alles Ober-Checker).
Dort hatten sich zwei Rohrteile irgendwie auseinandergelebt.

Na denn, die Versicherung hat die Rechnung der ersten Firma (mit der Kamera) und die infame Rechnung des Super-Spezialisten bezahlt (drei Stunden Pauschale - obwohl er max. zwei Stunden vorort rumgestümpert hat).
Immerhin. Aber was wohl gewesen wäre, wenn es wieder wochenlang unentdeckt in den Unterboden des Hauses hätte laufen können. Dann hätten sie wahrscheinlich wieder alles gezahlt. Aufmerksamkeit und Schadens-Minimierung wird bestraft....

Anschließend hat die Sanitär-Firma meine Primär-Dusche repariert und den Rohr-Schaden behoben. Über 700€ - die ich zahlen durfte. Aber okay. Die waren ihr Geld wert.

Nun habe ich mich genug zur Vorgeschichte und Motivation für dieses Projekt ausgekotzt.


Inhaltsverzeichnis

Vor der Re-Installation der Rohrverschalung
Die Melde-Elektronik (erste Idee)



Vor der Re-Installation der Rohrverschalung

Die Rohrverschalung ist schell an- und abgebaut.
Allerdings kommt man da nur ran, wenn das daneben stehende Regal weg ist. Um das weg zu bekommen, muss es leer sein.
Und das ist Arbeit.
Folglich muss die Sensor-Einheit am Boden der Rohrverschalung installiert werden, bevor alles wieder aufgebaut/eingeräumt wird.

Daher habe ich mir erstmal -auf die Schnelle- einen passenden Trichter 3D-gedruckt, der am tiefsten Punkt vier Löcher für zwei Silberlack-Drähte enthält.
An den zwei Draht-Stücken sind ca. 50cm lange Litzen angelötet, die derzeit einfach aus der Rohrverschalung heraushängen.
Das druckbare Modell sah so aus (von oben / unten):
Trichter von
      oben        Trichter von unten
Hier die entsprechende SCAD-Datei.
Das ist da jetzt seit ein paar Wochen so installiert - aber die beiden Litzen hängen noch in der Luft.

Die Idee ist natürlich, dass an die Litzen jetzt irgendeine Elektronik (mit einer Darlington-Schaltung) drangehängt wird - mit dem Ziel, mir am Rohr austretendes Wasser optisch oder akustisch frühestmöglich zu melden.
Der Widerstand zwischen den Litzen ist unendlich, wenn alles trocken ist.
Ein/zwei Tropfen Wasser (beim ersten bzw. einzigen Test war es Bier - weil das direkter verfügbar war ;-) ) im Zentrum des Trichters führen zu einem Widerstand von wenigen MegaOhm zwischen den Litzen.


Die Melde-Elektronik (erste Idee)

Die Schaltung soll von einem Akku-Pack aus vier Mignon-Zellen gespeist werden und möglichst lange mit einer Akku-Ladung auskommen.
Zumindest dann, wenn nichts zu melden ist. Im Alarm-Fall ist der Stromverbrauch nicht mehr wichtig.
Grob so:
MC schläft primär
   ein output-pin schaltet +5V auf den/beide Collector einer Darlington-Schaltung
   dessen Emitter landet auf einem input
   wenn input == HIGH
      beeper ansteuern für 0.5s
über dem Sensor sitzt parallel ein Taster zwecks Akku-Test

Als MC sollte ein ATtiny85 reichen. Eine Ausarbeitung zum "Ultra Low Power"-Betrieb des ATtiny85 findet sich hier.
Vielleicht so:
Schaltplan

Mal schauen, wann ich loslege. Das Wetter wird wieder besser. Da will man nicht bastelnd im Keller sitzen....
Immerhin gibt es jetzt schon mal eine Projekt-Seite.